Ratgeber · Material
Fasssauna: Thermoholz oder Fichte?
Die erste Frage beim Fasssauna-Kauf: Fichte oder Thermoholz? Fichte ist günstiger, Thermoholz hält länger – und braucht keine Stahlbänder. Was das in Jahren, Euro und Pflegestunden bedeutet, und warum wir selbst nur noch Thermoholz bauen, erklären wir hier ohne Verkaufssprüche.

Das Wichtigste in Kürze
- Fichte: günstig, hell, braucht jährlich Lasur oder Öl, arbeitet bei Wetter – und braucht deshalb Stahlbänder.
- Thermoholz: 15–25 % teurer, ohne Chemie hitzebehandelt, nimmt kaum Wasser auf, verzieht sich nicht – ohne Spannbänder verschraubbar.
- ScandiTherm baut alle nicht isolierten Saunen ausschließlich aus Thermoholz.
- Innen (Bänke) ist das Außenholz egal – dort zählen harzfreie Hölzer wie Linde oder Espe.
Was ist der Unterschied?
Fichte ist frisches Nadelholz, getrocknet auf etwa 18 % Feuchte. Es ist leicht, hell und günstig – aber es lebt: Bei Regen quillt es, bei Sonne schwindet es, Risse entstehen, Lasur platzt an den Kanten ab.
Thermoholz ist dieselbe Fichte (oder Kiefer), die bei rund 200 °C unter Wasserdampf behandelt wurde. Dabei werden Zucker und Harze abgebaut, die Zellwände verändern sich: Das Holz nimmt nur noch etwa halb so viel Wasser auf, quillt und schwindet 50 % weniger und ist für Pilze uninteressant. Chemie ist nicht im Spiel.
Haltbarkeit in Jahren
Unbehandelte Fichte im Freien, ohne Pflege: 8–12 Jahre bis zum ersten Austausch von Dauben. Mit jährlicher Lasur deutlich länger. Thermoholz: Dauerhaftigkeitsklasse 2 – vergleichbar mit Lärche oder Eiche, 25 Jahre und mehr, auch ohne Anstrich (es vergraut dann silbergrau).
Für die Fasssauna heißt das: Thermoholz-Dauben bleiben dicht, die Nut-und-Feder-Verbindung bewegt sich nicht, Türen klemmen nicht im Herbst.
Preis und Pflege
Thermoholz kostet beim Holz etwa 15–25 % mehr; bei einer 3-m-Fasssauna sind das einige hundert Euro. Dafür fällt der Aufwand weg, jedes Jahr zu schleifen und zu streichen. Wer den braunen Farbton behalten will, ölt Thermoholz einmal im Jahr – ohne Schleifen. Unsere 5-Jahres-Garantie auf Holz und Dach gilt für beide Hölzer bei jährlicher Pflege.
Warum wir keine Fichte mehr bauen
Ein Fichtenfass lebt mit dem Wetter: Im Sommer schwinden die Dauben, im Herbst quellen sie. Damit die Fugen dicht bleiben, braucht es Edelstahl-Spannbänder rund um das Fass, die nachgespannt werden müssen – und die nach ein paar Jahren Rostspuren und Druckstellen hinterlassen. Thermoholz bewegt sich so wenig, dass wir die Dauben einfach mit Edelstahlschrauben verschrauben können: keine Bänder, kein Nachspannen, eine ruhige Außenseite. Deshalb bauen wir alle Fasssaunen, Massivholz-Außensaunen und Sauna-Hot-Tub-Kombinationen ausschließlich aus Thermoholz. Fichte verbauen wir nur noch als lasierte Fassade an isolierten Gartensaunen, wo sie hinterlüftet und ohne Dichtfunktion ist. Innen kommt Fichte nie an die Bank.
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